Internationaler Frauentag

Fünf inspirierende Frauen wurden von OTTO – Rundum befragt und ich durfte eine davon sein,
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Julia Starp – Modedesignerin

Julia Starp

Gebrauchte Werbeplakate, Stoffmusterlaschen und alte Lederverschnitte – scheinbar nutzlose Abfallprodukte, die auf den ersten Blick so gar nicht an High Fashion erinnern. Für Julia Starphingegen sind es genau solche Materialien,  die sie in ihrer Arbeit als Modedesignerin inspirieren und antreiben. „Upcycling“ nennt sich diese Form der Wiederverwertung, bei der Abfallstoffe für die Schaffung neuer Produkte verwendet werden. Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen sind für die junge Designerin aus Hamburg seit der Gründung ihres Labels im Jahr 2009 eine Selbstverständlichkeit. Das Design ihrer Kollektionen steht dennoch stets im Vordergrund. Sie versteht es, verschiedene Stoffe mit unterschiedlicher Beschaffenheit zu etwas Neuem werden zu lassen und ihnen eine Form zu geben. Ihre Kollektionen bestehen aus außergewöhnlicher und einzigartiger, aber stets zeitloser Couture-Mode, mit denen sie sich längst auf dem deutschen Modemarkt etabliert hat.

Den Weltfrauentag sieht sie als bedeutenden Tag, an dem es für sie wichtig ist, denjenigen Frauen in der Geschichte zu gedenken, die sich für Grundrechte wie das Frauenwahlrecht und Gleichberechtigung stark gemacht haben. Außerdem sei es ebenso wichtig, sagt Julia Starp, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass diese Werte für sehr viele Frauen in der Welt noch immer nicht gelten. Sie selbst habe im Laufe ihrer Karriere nie eine Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechts erfahren, sagt sie. In ihrer Branche zählen allein die Arbeit und die daraus resultierenden Ergebnisse. Die Kreativität sei maßgebend, Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen und sich von seinen Ideen leiten zu lassen. Ihrer Ansicht nach sind Frauen im Leben generell geduldiger und hartnäckiger als Männer:„Wenn etwas nicht sofort klappt, suchen sie einen Weg, betrachten die Dinge aus mehreren Perspektiven und versetzen sich in ihr Gegenüber hinein, was es ihnen leichter macht, vieles zu verstehen.“ Auf ihrem eigenen Karriereweg hat sie vor allem die Tatsache angetrieben, frei zu sein. Alle Entscheidungen, die sie getroffen hat, habe sie allein und für sich selbst getroffen, sagt sie heute. Oftmals habe sie die Tragweite im Voraus nicht abschätzen können oder sei Umwege gegangen, aber genau diese Eigenständigkeit und Selbstbestimmung waren ihr immer enorm wichtig. Dass dieser Weg genau der richtige für sie war, zeigt ihr die Tatsache, dass sie von ihrer Arbeit leben kann, meint Starp bescheiden. Jungen Frauen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, rät sie daher, niemals aufzugeben, sich immer treu zu bleiben und auch mal etwas zu wagen, um weiterzukommen. Rückschläge gibt es ja in allen Bereichen des Lebens, so Starp, aber „jeder Erfolg, ob groß oder klein, ist die Bestätigung auf dem richtigen Weg zu sein“.

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